St. Georgius-Gilde 1592 Goch e.V.

                                                                                              

Königskette der Gilde

 

Das Silber der St. Georgius-Gilde   

Die Königskette besteht aus 15 trapezförmig gearbeiteten Einzelgliedern, eine Eichel, sechs Blätter und zwei Ranken sind symmetrisch auf einen Rahmen gelegt. Alle Teile sind sorgfältig aus Silber getrieben und vergoldet. Da die Kette zu eng war, hat man sie durch zwei weitere Glieder ergänzt. Sie sind ebenfalls durchbrochen gearbeitet, auf dem Rahmen liegen zwei Eichenblätter und eine Eichel.


Der Herzschild ist mit flachen gravierten Blattspitzen und einem gedrehten Wulst aus glattem Band und gravierten Ästen gerahmt, darauf liegt eine Tartsche mit dem Wappen von Wilhelm V. von Kleve-Jülich-Berg (1516-1592), der diese Rosette der Gilde 1592 zur Erneuerung ihrer Satzung schenkte.


An der Rosette hängt eine flache Tartsche mit den gegossenen Figuren des Heiligen Georgs (Schutzpatron der Stadt Goch), flankiert von Maria Magdalena (Schutzpatronin der Kirche) und Antonius dem Eremiten. Die Tartsche, ein Gegenbild zur oberen, hat einen mit graviertem Blattwerk verzierten Rand, auf dem oben drei Blüten und seitlich zwei Halbkugeln befestigt sind.



Die vergoldete Kette, die Astrahmen der Rosette und die vergoldete Heiligengruppe werden dem 3. Viertel des 15. Jh. zugeschrieben, alles andere ist spätere Erneuerung. Diese Kette gehört mit zu den schönsten Ketten des Niederrheins, die Kettenglieder sind mit denen der Kette der St. Antoniusbruderschaft in Kleve vergleichbar (datiert frühes 15. Jh.). Die Figur des Heiligen Georgs wurde zudem in die gleiche Form gegossen wie der Heilige Michael der Kette der St. Georgsbruderschaft in Kleve. Leider ist über den oder die Goldschmiede nichts bekannt.

1928 wurde für die Sammlung  „Rheinisches Schützensilber"  eine Kopie dieser Kette angefertigt, die sich heute im Kölnischen Stadtmuseum befindet. 

An der Kette befinden sich noch zwei identisch gearbeitete Schilde aus Silber, getrieben und graviert, die Heiligenfiguren sind erhaben herausgearbeitet und stehen vor einem waagerecht schraffierten Hintergrund. Die Schilde werden um 1700 herum hergestellt geworden sein.


Christine Doege


Lit.: W. Ewald, Die Rheinischen Schützengesellschaften. In: Zeitschrift des Rheinischen Vereins für

Denkmalspflege und Heimatschutz, 1, 1933, S. 85; A. Schmitz, Geschichte der kath. Pfarrgemeinde

Goch, S. 69-71; Hans-Peter Hilger, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Kleve 7,Düsseldorf 1964,

S.66, Abb. 168 I 169; Katalog: Herbst des Mittelalters, Spätgotik in Köln und am Niederrhein, Köln 1970, S. 124, Nr. 270; Katalog: Land im Mittelpunkt der Mächte, Die Herzogtümer Jülich, Kleve, Berg, Kleve 1984, Abb. , S.419.

Erinnerungsschild

Stadt Goch 1992